10 Loben zieht nach oben Mir fällt auf, dass ein Lob stärkend wirkt, mein Gegenüber wird «grösser», blüht auf. Es schenkt Sicherheit, sagt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ein Lob motiviert, schenkt Selbstvertrauen, es ist Dank und Anerkennung. Sr. Gabrielle Meier Einige Aussagen von Schwestern in Führungsverantwortung Für mich gilt: «Loben zieht nach oben». Das bedingt meine Aufmerksamkeit für den Einsatz der Mitarbeitenden und der Schwestern, die im Bereich Reinigung viel Hintergrundarbeit leisten. So spornt das Lob an, es schenkt Freude und Elan. Sr. Erna-Maria Züger Wenn ich ein Lob ausgesprochen habe, entdeckte ich schon ein Leuchten auf dem Gesicht, das mir sagte: «Hab ich gerne gemacht.» Sr. Isabel Spichtig Mit zunehmender Führungserfahrung lernte ich, dass eine positive Rückmeldung auf ein ganz bestimmtes Arbeitsergebnis oder nach einer ausserordentlichen Leistung nachhaltiger wirkt als ein spontanes, begeistertes, wenn nicht sogar überschwängliches Lob. Verbinde ich diese Anerkennung mit einem aufrichtigen Dank, dann bringe ich meinem Gegenüber Wertschätzung entgegen. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin empfindet die Aufgabe – vielleicht sogar sich selber – als wertvoll. Sr. Romana Pfefferli Wenn ich lobe, dann fällt mir auf, dass das Lob entspannt, die Mitarbeitenden fördert, eine gute Atmosphäre bewirkt und das Arbeits- und Lebensklima stärkt. Einmal habe ich erlebt, dass die gelobte Mitarbeiterin zu ihrer Kollegin sagte: «Hast du gehört, das habe ich gut gemacht!» Also stärkt ein Lob das Selbstvertrauen und ermöglicht, an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Sr. Anna Eschmann Ich überhäufe die Mitarbeitenden nicht mit Lob. Ich schätze ihre Arbeit sehr. Ohne die Arbeit anderer könnten wir unseren Auftrag als Kloster nicht erfüllen. Unsere Mitarbeitenden sind gefragt, Tag und Nacht. Ich anerkenne ihr Fachwissen. Ich frage sie auch um Rat. Ich danke den Mitarbeitenden öfters, ich nehme sie wahr, ich frage nach. Wenn ich sie lobe, dann spüre ich, dass es auch mir gut tut, dass das Lob auch mich gestärkt hat. Sr. Imelda Kaufmann Kloster Baldegg Dass man so rasch so weit weg sein kann von der Welt, erlebte ich im «Kloster am Rande der Stadt», im Kloster Fahr. Ein Ausflug nach Zürich Witikon, luftlinienmässig fast nichts, erwies sich als aufwändige Reise: zwanzig Minuten Marsch zur Bushaltestelle – einsteigen – Wechsel in den nächsten Bus – Wechsel in die U-Bahn – und nochmals Wechsel in einen anderen Bus. Die Gastgebenden wussten darum, deshalb holte mich der Mann per ÖV im Kloster Fahr ab. Einmal mehr zeigte mein Erlebnis, wie relativ ‘Nähe und Distanz’ sind. Messend lassen sie sich nicht einholen. Mein Begleiter hiess mich in den Bus einsteigen, während er die Fahrkarte für mich löste. Vor dem nächsten Rotlicht schwang sich der Chauffeur fast unbemerkt vom Sitz, steuerte auf mich zu, drückte mir Geld in die Hand und sagte: Ihre Fahrkarte bezahle ich – und schon war er weg. Nicht nur ich, auch die Leute rundum waren perplex. Kein Dankeschön hatte Platz. Aber seinen Gesichtsausdruck werde ich nicht vergessen; es war so etwas von Helle und Glanz in diesem dunkelhäutigen Antlitz! Wie in den Gesichtern der Ordensfrauen vom Kloster Fahr. Beim Aussteigen wählte ich den Ausgang beim Fahrer, um mich doch noch zu bedanken und um nochmals in das unvergessliche Gesicht zu schauen. Seine Antwort: «Ich habe das gerne für Sie getan» und wieder diese Helle, dieser Glanz über seinem ganzen Gesicht. Ja, Gutsein kann sich überall, jederzeit und durch jedermann ereignen. Diese Gewissheit hat der Fremde in mir genährt. S.H. ZweiMinutenPredigt
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