10 Ein Leben lang dienen Sechzehn Schwestern konnten dieses Jahr anlässlich ihres Goldenen Professjubiläums auf 50 Jahre Dienen zurückblicken. Was bedeutet Dienen für sie? Herausfordernd «Vor 50 Jahren hast du, guter Gott, mich in deinen besonderen Dienst zum Ordensleben berufen». Ich habe früh realisiert, dass mich dies herausforderte. Besonders dann, wenn ich nicht jede Anfrage mit einem «Ja» beantworten konnte, weil ich Angst hatte vor Überforderung oder mir die nötigen Fähigkeiten fehlten. Es machte mir aber grosse Freude, im Schuldienst zu stehen und Kinder in Handarbeit einzuführen oder ihnen als Katechetin von Gott erzählen zu dürfen. Aber auch die Betreuung der Gäste im Kurhaus oder jetzt die Mithilfe bei der Raumpflege im Pflegeheim lassen mich erfahren: es macht Freude zu dienen. Sr. Klara Birrer Mein schönster Dienst Den Schwestern freundlich begegnen, ist ein Dienst, dann bekommen sie auch gute Laune. Um in den Himmel zu kommen, braucht es nur die Kleinigkeiten, nicht die grossen Taten, nicht wahr? Zum Beispiel die Türe öffnen, wenn eine Schwester mit dem Rollator kommt. Meinen liebsten Dienst habe ich damals in Flüeli-Ranft tun dürfen. Viele Leute haben jeweils zu mir gesagt oder mir geschrieben: «Bete für mich bei Bruder Klaus». Da bin ich in den Ranft gegangen, habe dort ein Kerzlein angezündet und für sie gebetet. Das ist doch der schönste Dienst, für andere beten zu dürfen. Sr. Felix Menezes Dienste tun ohne viel darüber zu sprechen Seit mehr als fünfzig Jahren lebe ich als Baldegger Schwester in verschiedenen Bereichen. Ob bei den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, bei Lehrpersonen oder Angestellten, immer war mein Dienst ein Dienen am Ganzen. In unsern Kurhäusern Oberwaid und Amden stand ich in der Betreuung der Gäste in vielfältigen Diensten. Und nun erfülle ich einen ganz besonderen Dienst, nämlich den als Sakristanin. Es ist ein Dienst an der Liturgie und so an Gott, dem ich in allen früheren Aufgaben ebenso diente. Mein Leben ist letztlich Dienst. Und Dienste tut man ohne viel darüber zu sprechen. Sr. Gisela Bucher Dienen gibt meinem Tun Sinn Dienen heisst für mich helfen, beistehen, unterstützen, mithelfen. Ich darf mitschaffen am Werk Gottes. Er wirkt durch uns Menschen, so auch durch mich. Das gibt meinem Tun Sinn. Ich helfe seit jeher in der Buchhaltung des Klosters mit. Dabei komme ich mir manchmal vor wie eine sprudelnde Quelle: Da kommen Oberinnen, die Geld benötigen für die Schwestern und Missionarinnen, die es für ihre Projekte brauchen. Da heisst es beispielsweise: In Rhotia in Tanzania funktioniert das Spital nicht mehr. Elefanten haben die Wasserleitung zertrampelt. Einheimische Schwestern benötigen einen Hühnerhof. Und Geld, um im Busch eine Krankenstation aufzubauen, damit die Bevölkerung medizinisch und chirurgisch schneller versorgt werden kann. Ich freue mich immer, wenn ich durch meinen Dienst die Missionarinnen unterstützen kann. Er erfüllt mich, und ich verrichte ihn gerne. Damit ich meinen Dienst tun kann, muss aber auch die Quelle immer wieder gespiesen werden. Sr. Cassia Müller Wahres Dienen geschieht zweckfrei Bereits als Kind fragte ich mich, warum ich eigentlich für einen Dienst an unserer Nachbarin ein Gegengeschenk erwartete. Meine Schwester erhielt hie und da etwas, ich nicht. War sie etwa redseliger, freundlicher? Nach und nach begann ich, Motivationen beim Helfen zu hinterfragen. Ich lernte, dass echtes, wahres Dienen zweckfrei geschieht. In Notsituationen gelingt mir dieses absichtslose Dienen am besten, weil es spontan und schnell geschieht. Es ist keine Zeit da zu fragen, ob sich der Dienst «lohnt». Da gibt es dann keine Hintergedanken, kein «wie du mir, so ich dir». In meinen 50 Ordensjahren habe ich eigentlich «Alles» von vielen lieben Mitmenschen erhalten. Und noch immer mühe ich mich darum, dass mein Dienen immer reiner und absichtsloser wird. Wenn uns allen dies wirklich gelingen würde: auf unserer Welt wäre Frieden und nicht Krieg. Sr. Pirmin Caviezel Dienen heisst für mich, für die andern da sein, letztlich lieben Es ist ein Geschenk für mich, seit mehr als 50 Jahren im Dienst der Menschen zu stehen. Schon früh durfte ich am Beispiel meiner Eltern erleben, dass dienen glücklich macht. So war ich sehr dankbar, diesen Weg gehen zu dürfen. Ich erfahre immer wieder, wie Menschen dankbar sind, die Dienste erfahren haben. Nach vielen Jahren kann ich noch hören: «Wie Sie mich damals umsorgt haben!» Dies lässt mich dann oft staunen. Es ist wahr, was ein Sprichwort sagt: Freude, die wir andern schenken, kehrt ins eigene Herz zurück. Das gilt auch für den Dienst. Sr. Marie-Alice Eyer Dienen macht zufrieden und gelassen Daheim – im schönen Visperterminen und in einer kinderreichen Familie – habe ich früh gelernt, was einander dienen heisst. Im Kloster war es dann keine grosse Umstellung für mich. Ich habe sehr gerne in der Klosterwäscherei gearbeitet und dies als Dienst am grossen Ganzen gesehen. Mir wurde im Verlauf meiner Ordensjahre bewusst, dass jeder Dienst im Kloster, ganz gleich, ob er mit Ansehen verbunden ist oder nicht, wichtig ist. Entscheidend ist, dass ich ja sagen kann und ich keine Gegenleistung Kloster Baldegg
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