baldeggerjournal

2 Herr Bischof, was ist Sünde? Bischof Felix «Sünde ist das, was trennt. Sünden sind nicht zunächst diese oder jene Taten, sondern sie sind vielmehr eine Haltung. Die Haltung ist die Lieblosigkeit: Sie schneidet uns von Gott, vom Menschen, von der Schöpfung ab. Sie isoliert, macht einsam und trennt vom Leben, das wir eigentlich wollen. Diese oder jene Gedanken, Worte, Unterlassungen und Werke bringen die wirkliche Sünde der Lieblosigkeit an die Oberfläche, machen sie offenkundig und zeigen sie.» Bischof Martin «Viele wissen heute nicht mehr, was Sünde ist. Sünde scheint für viele ein mutiger Schritt zu sein, den ängstliche und fromme Leute nicht wagen. Sünde scheint für viele Weltleute etwas Attraktives zu sein. Nur die Frommen seien dagegen. Auch scheint manches, was früher einmal als Sünde galt, heute normal zu sein. In dieser Unsicherheit ist eine neue Klarheit nötig. Das deutsche Wort ‹Sünde› kommt von ‹absondern›. Mit der Sünde sondere ich mich ab: von den Mitmenschen und von Gott. Die Sünde entfremdet mich. Die Sünde lässt mich in meinen Egoismus fallen. Daraus möchte mich Christus erlösen, damit ich wieder gut und frei mit den Menschen und mit Gott zusammenleben kann.» Bischof Denis «Die Sünde ist ein dunkler Punkt im Herzen des Menschen. Sie verleitet ihn dazu, Böses zu tun, Böses zu denken. Dadurch entsteht eine Trennung zwischen dem Menschen und Gott. Sie verursacht eine Absonderung und damit Vereinsamung innerhalb des Lebens. Je mehr der Mensch der Sünde verfällt, desto gravierender wird der Abstand zu Gott und desto tiefer der Graben im Zusammenleben mit den anderen Menschen. Die Sünde bringt Düsternis, Zwietracht, Missgunst und Argwohn ins menschliche Leben. Ein solches Leben wird immer Schwester Nadja Bühlmann arbeitet seit einigen Jahren im Offizialat der Diözese Basel in Solothurn. Dort fragte sie Bischof Felix Gmür und seine beiden Weihbischöfe, Bischof Martin Gächter und Bischof Denis Theuillarat, was Sünde für sie bedeutet. Hier die Antworten. Kloster Baldegg weniger zu dem, was Gott für die Menschen möchte, nämlich das Leben in Fülle. Der Mensch ist sich seiner Sünde bewusst. Er weiss, dass er etwas getan hat, was nicht gut ist. Die Kinder sind ein gutes Beispiel. Sie wissen genau, wenn sie etwas Ungutes getan haben. Sie werden verlegen oder weinen. Der Apostel Paulus beschreibt dies in seinem Brief an die Römer im Kapitel 7,19: ‹Ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will›. Zum Glück dürfen wir immer auf die Barmherzigkeit Gottes zählen. Wenn der Mensch bereit ist zu einer Umkehr, wird Gott ihm vergeben.» Bischof Felix Gmür Bischof Martin Gächter Bischof Denis Theuillarat

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