baldeggerjournal

14 - - - - Original Message - - - - Von: Socha Josef Mons. Mgr. [mailto:socha@bihk.cz] An: «Sr. Hildegund Kunz» <sr.hildegund@klosterbaldegg.ch> Gesendet: Dienstag, 13. Mai 2014 09:51 Betreff: Wie steht es nach dem Fall des Kommunismus um die Beichte? mail@klosterbaldegg.ch - - - - Original Message - - - - Von: «Sr. Hildegund Kunz» <sr.hildegund@klosterbaldegg.ch> An: socha@bihk.cz Datum: Montag, 12. Mai 2014, 17:25 Betreff: Wie steht es nach dem Fall des Kommunismus um die Beichte? Als Geschichts- und Deutschlehrerin unterrichtete Sr. Hildegund Kunz (sr.hildegund@klosterbaldegg.ch) während Jahrzehnten Seminaristinnen an der Schule Baldegg. Heute hilft sie in Bourguillon mit in der Betreuung des Wallfahrtsortes «Notre Dame de Bourguillon». mail@klosterbaldegg.ch Liebe Schwester Hildegund Vielen Dank für die Anfrage. Heute haben auch bei uns viele die Frage: Warum zur Beichte gehen? Ist das notwendig? Was für einen Sinn hat das? Was ist der Nutzen davon? Kann man die Beichte nicht durch andere Praktiken ersetzen? In der Zeit des totalitären Systems haben viele Gläubige in vielen Sachen die Freiheit vermisst. Im Sakrament der Beichte haben jedoch viele Menschen oft wirkliche Freiheit erfahren, die Freiheit Gottes, die Freiheit des inneren Lebens. Die Priester haben in den kommunistischen Gefängnissen – wo sie ja keine Eucharistie zelebrieren konnten – das Sakrament der Versöhnung täglich gespendet und empfangen. Jeder hat jedem mit der Lossprechung gedient. Dadurch hat jeder das Geschenk und die Gnade der Verzeihung immer wieder erfahren. Das war für die Häftlinge damals die einzige Liturgie, die sie feiern konnten. Ob die Sünde ein Geheimnis ist, mit dem die heutige Welt nicht umgehen kann? Mit Segenswünschen für Sie +Josef Socha, Generalvikar Lieber Herr Socha Aus meinem ersten Besuch in Königgrätz ist eine langjährige Verbindung zwischen unserem Kloster Baldegg und Ihrer Diözese entstanden. Vieles ist seit dem Ende des Kommunismus anders geworden. Als Generalvikar der Diözese Königgrätz haben Sie diese Veränderungen in der katholischen Kirche hautnah miterlebt. Mich beschäftigt die Frage, ob Sie in diesen Jahren des Umbruchs bei den Gläubigen auch Veränderungen im Sündenbewusstsein feststellen. Bei uns spricht man ja nicht mehr gerne von «Sünde». Wie ist das in Tschechien? Und wie ist es mit dem Beichten? Ich freue mich, von Ihnen zu lesen. Sr. Hildegund Kunz Josef Socha (socha@bihk.cz) ist Generalvikar der Diözese Königgrätz in Tschechien. Während den Jahren des Wiederaufbaus der kirchlichen Strukturen unterstützte das Kloster Baldegg die Diözese, einerseits durch die Mitarbeit von Sr. Danielle Dietsche, anderseits durch finanzielle Hilfe. Regelmässig übernimmt Generalvikar Socha nun während der Sommerwochen Aushilfen in einer Zürcher Pfarrei.

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