baldeggerjournal

6 Kloster Baldegg Die neue Oberwaid: Kurhaus & Medical Center Frau Thorbecke, nun steht die « Oberwaid» wieder da. Wie fühlen Sie sich? Gut, ja, gut! Ich fühle mich sehr gut, auch alle Mitbeteiligten. Natürlich sind wir noch nicht überall fertig, es fehlt noch dieses oder jenes. Und das eine und andere muss noch in Ordnung gebracht werden. Aber das ist verständlich bei der Grösse dieses Hauses. Erzählen Sie uns ein wenig über die vergangenen drei Jahre Bauzeit. Gerne. Es waren drei sehr intensive Jahre. Wir hatten ganz ein tolles Team. Ein solches Bauvorhaben bringt mit sich, dass es viele Diskussionen mit dem Architekten und dem Innenarchitekten gab. Aber auch zwischen meinem Mann Heinrich und mir. Denn wir beide haben noch nie etwas miteinander gebaut. Manchmal wollte er etwas nicht so wie ich, und mir ging es immer zu wenig schnell. Der ausführende Architekt sagte jeweils: «Weisst du, Gabi, was schön ist? Wir sagen einander alles. Wir streiten nicht, aber wir diskutieren bis zum Äussersten. Aber nachher ist immer Friede.» Während der vergangenen drei Jahre machten wir keine Ferien, wir waren fast täglich auf der Baustelle. Es gab auch schlaflose Nächte, das gehört dazu. Und Sorgen ebenfalls: Ist diese Entscheidung richtig? Stimmt sie? Heute gibt es wieder ganz andere Sorgen. Das Bauen machte mir sehr Freude und auch Spass. Und ich habe sehr, sehr viel gelernt. Auch über die Arbeit, ich habe gesehen, was für schwere Arbeit die Bauarbeiter jeden Tag leisten, die Eisenleger oder jene, die den Abbruch oder nachher den Aufbau machten. Heinrich und ich haben alle, die auf der Baustelle waren, jeden Monat einmal zum Znüni eingeladen in die «Vorstadtbeiz» zu heissem Fleischkäse, Brot und Kafi oder Coca Cola oder was sie wollten, und einen Nussgipfel dazu. Jetzt kenne ich fast alle Bauarbeiter. Es war eigentlich eine schöne Zeit. Und wir hatten gute Firmen, das war toll. So betrachtet, ist es fast ein bisschen schade, dass diese Zeit vorbei ist. Was freut Sie am meisten, wenn Sie an die «neu erstandene Oberwaid» denken? O, das ist schwierig! Vielleicht, dass die Oberwaid – in meinen Augen – eigentlich so gelungen herauskommen ist. Es gibt ja immer Leute, die sagen, so und so hätte es sein müssen. Freuen tut mich auch, dass wir das grosse Glück hatten, wirklich gute Mitarbeitende zu finden. Ich habe mir auch sagen lassen, dass es bei einem solchen Bauvolumen fast ein Wunder sei, dass wir mit nur eineinhalb Monaten Verspätung eröffnen konnten. Das sei sehr selten. Schön ist auch, dass sich unsere Mitarbeitenden bereits vor der Eröffnung kennen lernen und einarbeiten konnten. Dazu machten wir bereits Ende August eine Einladung für die ersten sechzig Mitarbeitenden, und anfangs Oktober haben noch einmal so viele ihre Arbeit bei uns aufgenommen. Es war zwar ein finanzieller Aufwand, aber ich glaube, er hat sich gelohnt. Wir bekommen durchs Band Komplimente für unsere netten Mitarbeitenden. Freuen tut mich auch, wenn mir Leute etwa sagen: «Weisst du, die Frau vom Schulfreund vom Peter, die war in der Oberwaid, und der hat es wunderbar gefallen». Sind Sie zuversichtlich, dass sich die Gästezahlen entsprechend den Vorstellungen entwickeln? Ja, wir sehen, dass die Übernachtungen zunehmen, zwar immer noch mit ganz kleinen Schritten, aber es geht vorwärts. Gabi und Heinrich Thorbecke haben die «Oberwaid», die früher durch Baldegger Schwestern geführt wurde, neu aufgebaut. Entstanden ist ein elegant geschwungener Bau, der sich perfekt in die einzigartige Parkanlage einfügt. Für die Gäste wurde ein Kur-Konzept entwickelt, das hochmoderne Medizin mit bester Schweizer Heiltradition verbindet. (www.oberwaid.ch). Gabi Thorbecke, St. Gallen, im Gespräch mit Sr. Marie-Ruth Ziegler

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