2 Aus Äthiopien, Tanzania und Papua Neuguinea sind Missionarinnen auf Heimaturlaub. Was suchten und was fanden sie dort? Als ich 1961 nach Tanzania ausreiste suchte ich eine Arbeit, wo ich mich für benachteiligte Menschen einsetzen konnte. Gefunden habe ich viel, viel mehr an Arbeit als ich mir je hatte vorstellen können, vor allem mit Kindern. Nie hätte ich mir damals gedacht, dass ich einmal mithelfen würde, ein Spiritual Centre in Dar es Salaam aufzubauen und den Betrieb 25 Jahre zu führen. Baldegger Missionen Sr. Arnolda Thalmann, 1940 seit 1995 in der Gura Clinic in Maganasse, Äthiopien, im Einsatz. Sr. Winfrieda Felder, 1933 wirkt seit über fünfzig Jahren in Tanzania. Sr. Paulus-Maria Marfurt, 1941 reiste vor vierzig Jahren als junge Lehrerin ins Hochland von Papua Neuguinea. Sr. Bernardina Allenspach, 1931 operierte jahrzehntelang als Chirurgin in Spitälern in Tanzania. Als ich 1965 nach Tanzania reiste suchte ich den Menschen als Ärztin und Chirurgin zu helfen. Predigen lag mir ja nicht! Ich wollte endlich mein langes Studium anwenden. In Tanzania fand ich viel Lebensweisheit und viel Unverständliches. So erklärte ich einmal einem Vater, dass sein Sohn wegen den Folgen der Meningitis nie in die Schule gehen könne. Sein Verstand sei beeinträchtigt. Er antwortete mir: «Solange ein Kind Freude am Essen hat, lebt es nicht vergebens.» Einem Paar sagte ich, dass die Frau sehr herzkrank sei und deshalb keine Kinder mehr haben sollte. Nach einiger Zeit kamen sie wieder, sie war im sechsten Als ich 1995 nach Äthiopien reiste suchte ich meinen Lebenstraum, den ich seit dem Tag der Firmung im Herzen trug, endlich zu verwirklichen. Ich wollte nach Afrika in die Mission gehen, um armen Menschen zu helfen. Ohne Sprachkenntnisse, ohne Kenntnisse des Landes, aber immer noch erfüllt von meinem Kindertraum, reiste ich in das kriegsversehrte Land, um den armen Bewohnerinnen und Als ich 1972 nach Papua Neuguinea ausreiste suchte ich die menschliche Armut, die Abgötterei und Unwissenheit zu bekämpfen, ja Licht in die Dunkelheit zu bringen. Gefunden habe ich dort das Licht und den Reichtum, der in jedem Menschen in der Tiefe seines Herzens von Gott angelegt ist. Es ist ein Schatz, ein göttlicher Reichtum. Monat schwanger. Er sagte, er habe sich daran gehalten, da sei sie halt zu einem andern Mann gegangen. Kurz darauf starb die Frau. Einmal als ich sehr stolz war, weil ich einen Messerstich ins Herz erfolgreich operiert hatte, haute der Mann – kaum war der Schlauch aus dem Thorax gezogen – nachts ab. Denn sein Feind hatte ihn im Spital wieder gefunden. Man brachte mir auch bei, dass die Leute jeweils vor oder spätestens nach der Operation zum Buscharzt gingen, damit die Operation wirklich nütze. Viele wollten mehr als meine Operationen, nämlich Geld. Oder dass ich ihnen eine Pflegerinnenschule baue. Die konnte ich realisieren. Materiell war ich immer im Vorteil. Meine grosszügigste Spenderin war immer mein Mutterhaus in Baldegg. Bewohnern etwas mehr Lebensqualität zu schenken. Gefunden habe ich im tiefen Busch Tausende von Kindern und Erwachsenen, denen es an allem fehlte, nur nicht an Läusen und an Sandflöhen. Mit Mitarbeitenden ist es mir gelungen, einen Gesundheitsunterricht aufbauen zu den Themen Aids, Tuberkulose, Hygiene, Ernährung. Ich habe gefunden, was ich suchte! Damals suchte ich ...
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