3 Kur- und Ferienhaus Bergruh Wege entstehen im Suchen Sr. Romana Pfefferli, Amden Vor Jahren marschierte eine Baldegger Schwester der Dorfstrasse entlang heimwärts. Zufällig hörte sie, wie zwei einheimische Knirpse vor ihr eifrig diskutierten: «Waisch, wenn do undä ä Weg dori gieng, denn möstet mer nöd noch dr Schuel do ufi tschomple ond denn vorne weder abi!»— Ja, schön wäre das, aber leider eine Illusion, seufzte die Schwester und dachte an die Gäste in der Bergruh. In Wünschen und Bedürfnissen liegt eine verborgene Kraft Der Wunsch nach einem ebenen Spazierweg von der Bergruh zum Dorfkern Amden ist alt. Die Lage sei zwar schön und der freie Blick in die Berge wunderbar. Aber die Wege seien alle steil und für ältere Menschen ungeeignet. So äusserten sich Gäste öfters. Was tun? Eine Lösung schien unmöglich. Und Gründe dafür gab es viele. Nichtsdestotrotz machten sich eines Tages zwei Schwestern auf und suchten einen Weg über die steilabfallenden Matten über einen kleinen Bach, der Richtung Dorf führte. Ein weiter Blick in die Glarner Alpen und auf den Walensee tat sich ihnen auf: Auf der Bergseite präsentierte sich das Dorf mit dem Mattstock. Im Mittelpunkt des prächtigen Bildes stand majestätisch der Turm der Galluskirche, daneben stürzte ein Wasserfall in die Tiefe. Die zwei Schwestern waren begeistert. Es musste eine Möglichkeit geben, um einen Weg zu realisieren! Hoffnung und Energie trieben sie weiter. Nicht einmal das scheinbar unüberwindbare Fallenbachtobel konnte sie mehr bremsen: Da musste eine Brücke hin, um die Bergruh mit dem Dorf zu verbinden! Warten können Ende 2006 erschien in der «Südostschweiz» ein Artikel über die ‹Albert Böni-Opawsky Stiftung› mit dem Titel: «Innovation und gute Ideen sind gefragt». Ein Bürger hatte der Gemeinde Amden sein Vermögen hinterlassen. Das war der richtige Moment. Wir formulierten unsere Idee «Panoramaweg» und zeichneten ihn auf dem Gemeindeplan ein. ‹Albert Böni-Weg› sollte er heissen, im Gedenken an den Gönner. Gemeindepräsident und Gemeinderäte verfolgten unsere Eingabe weiter und erkannten den Wert des Weges für das Dorf Amden. Mit einem Architekten suchten sie nach der Linienführung und der geeigneten Brücke über die Schlucht. Es ist ihnen gelungen, die Bevölkerung für ihr Vorhaben zu gewinnen. Ein Traum ist wahr geworden Im Namen unserer Gäste danken wir Behörden und Bevölkerung von Amden herzlich für diesen herrlichen Weg. Unser Suchen und Warten hat sich gelohnt: der Weg hat zu uns gefunden. Auch Sarah und Jonas, die Nachbarkinder, freuen sich. Nun ist der ‹Albert Böni-Opawsky Weg› ihr Schulweg! Am 28. Oktober 2012 feierte die Bevölkerung von Amden zusammen mit den Baldegger Schwestern der Bergruh die Einweihung des ‹Albert Böni-Opawsky Weges›. Dieser herrliche Panoramaweg verbindet unser Kurhaus mit dem Dorfzentrum. Ein lang gehegter Traum geht in Erfüllung.
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