5 Sesto Giovanni Castagnoli ist als Evolutant, Unternehmer und spiritueller Brückenbauer tätig. Die Jahre als Projektleiter in Westafrika weckten in ihm die Sehnsucht nach einer Welt des Friedens, des wirtschaftlichen Gleichgewichts und der geistigen Einheit. Als Mitbegründer und langjähriger Präsident des World Spirit Forums und der World Transformation Initiative hielt er in vielen Ländern Vorträge zu diesen Themen. Seine Frau Gabriele Castagnoli forscht und arbeitet im Spannungsfeld zwischen Kosmos, Mensch, Kultur. Sie ist in Deutschland geboren, hat die österreichische Staatsangehörigkeit und lebt seit 2006 in der Schweiz. Seit März 2012 wohnt das Ehepaar in einer Wohnung im Schloss Baldegg. können. Und wer reisen möchte, auch reisen kann, uneingeschränkt. Nach langen Jahren der Auseinandersetzung mit Themen des Bewusstseinswandels halte ich nun Vorträge über neue Wirtschafts- und Finanzsysteme. Mit Partnern arbeite ich an den wichtigen systemischen Veränderungen, die unsere Gesellschaft in den meisten Bereichen braucht. Durch meine wieder tägliche Arbeit in der Wirtschaft bemühe ich mich, ein Beispiel zu sein. Frau Castagnoli, Sie haben längere Zeit im Marketingbereich gearbeitet. Was ist das eigentlich, das «gute Mass»? Auch ein Produkt des Marketings oder ein Geschenk der Seele? (lacht) Sicherlich ist das «gute Mass» keine feste Grösse, sondern eine variable, die von Fall zu Fall neu vom Einzelnen gesucht und gefunden werden muss. Es braucht die eigene Anstrengung und Einsicht. So verstehe ich auch das «Mass halten» als ein «in der Waage halten». Der regelkonforme, aber der Situation nicht angemessene Verzicht kann die Waage auch aus dem Gleichgewicht bringen. Letztlich entscheidet die innere Haltung, ob ich etwas als Verzicht, Verlust oder ein Loslassenkönnen empfinde. Wenn ich guten «Funkkontakt» zu meiner Seele habe, ja, dann macht sicherlich sie mir dieses Geschenk. Das Ziel des umsatzorientierten Marketings ist es eher, diesen guten «Funkkontakt» zu stören. Da werden ganz andere Signale gegeben, die uns vermitteln sollen: «Ohne dieses oder jenes Produkt bist du nicht komplett, es macht dich schöner oder glücklicher.» Sich von der Werbung und anderen Instanzen nicht in dieser Art dazwischen funken zu lassen, ist für mich eine schöne Alltagsübung. Wie nehmen Sie wahr, wenn das Mass für Sie nicht mehr stimmt, oder anders gefragt: wann sind Sie glücklich? Gabriele Castagnoli: Wenn das Mass nicht mehr stimmt, ist das immer ein Gefühl – unmittelbar. Manchmal liegt das im ganz minimalen Bereich. Mein Verstand bekommt das gar nicht mit. Und so geht es mir auch mit dem Glück: Wenn der Hirnkasper Pause macht, ist das Glück schon da. Die Kasper-Pause erlebe ich in der Natur, mit Tieren und in der Begegnung mit Menschen, wenn ein wechselseitiges Wahrnehmen gelingt. Oder immer wieder im Alltag, wenn ich ganz in meiner jeweiligen Tätigkeit aufgehe. 1) «Das Glück liegt in der Wiese», Französische Filmkomödie 1995
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