baldeggerjournal

5 ihre Wohngemeinden und Krankenkassen. Dies verlangt eine unterschiedliche Erfassung der Aufwendungen. Sind Hospizplätze gefragt? Hedy Jager: Generell ist der Wunsch nach einem würdigen Sterben gewachsen. Die Sterbenden äussern vielleicht heute vermehrt ihre Wünsche und wollen auch für diese letzte Zeit ihres Lebens mitbestimmen, wie sie verläuft. Es ist natürlich wichtig, dass verschiedene Möglichkeiten da sind. Die Bedürfnisse können in dieser letzten Phase sehr unterschiedlich sein. Umso schöner ist es, ein Angebot wie in Hurden zu haben. Passen Heim und Hospiz zusammen? Alfred Husistein: Die Erfahrung ist noch gering. Ich denke aber, dass ein Behindertenheim und ein Hospiz gut im gleichen Haus zusammengehen können. Als Chance erachte ich in unserem Fall das Hierbleiben der Schwestern von Baldegg. Nach der langjährigen Führung des Behindertenheims St. Antonius wäre es schade, wenn der «Geist von Baldegg» verloren ginge. Künftig wird die Ambulanz oder der Leichenwagen öfters anzutreffen sein. Befürchten Sie Reaktionen? Alfred Husistein: Die Nachbarschaft wurde über unser «Projekt Hospiz»orientiert. Die Bevölkerung von Hurden lebt schon seit Jahren sehr eng mit ihrem Heim St. Antonius zusammen, so dass ich keine negativen Reaktionen aus der Nachbarschaft erwarte. Im Hospiz engagieren sich auch «Freiwillige Helferinnen und Helfer des Vereins Triangel» Könnten Sie sich einen solchen Einsatz vorstellen? Hedy Jager: Ich verteile in unserer Gemeinde Frischmahlzeiten. So begegne ich älteren Menschen, die manchmal auch schwächer und schwächer werden. Es ist für mich immer wieder eine Auseinandersetzung mit dem Sterben. Die Arbeit, die die Freiwilligen beim Verein Triangel leisten, ist sehr anspruchsvoll. Ich habe allen Respekt vor ihrem Einsatz. Im Moment kann ich mir ein solches Engagement noch nicht vorstellen. Das Hospiz ist eröffnet: was freut Sie am meisten? Albin Fuchs: Die Eröffnung des Hospizes hat mich emotional sehr berührt. Ich bin überzeugt, dass wir etwas sehr Nützliches und Notwendiges geschaffen haben. Dank guten Mitarbeiterinnen und der Unterstützung durch das Kloster Baldegg funktioniert das Hospiz bereits vom ersten Tag an vorbildlich. Ich freue mich aufrichtig, dass wir zusammen etwas Gutes realisiert haben. Sr. Adrienne Amherd: Es macht mich glücklich, dass das Hospiz einen guten Standort hat und baulich so gut gelungen ist. Vor allem aber, dass meine Mitschwestern mit Liebe und Hingabe sich um die Menschen im Hospiz kümmern und auch ihren Angehörigen eine Hilfe sind. Information zum Hospiz St. Antonius finden Sie unter www.st-antonius-hurden.ch. Wenn Sie das Hospiz St. Antonius unterstützen können, bitten wir Sie dies mit Einzahlungsschein PC-Konto 90-9914-4 zu tun. Alfred Husistein: Mich freut es, dass der Umbau im obersten Stock gelungen ist, dass die Bewohner und Bewohnerinnen für ihre letzte Zeit auf Erden ein schönes Zimmer mit einer wunderbaren Aussicht auf den See bewohnen dürfen und liebevoll betreut werden durch die Schwestern und die Freiwilligen aus der Umgebung. Hedy Jager: Ich war erstaunt und erfreut über die gute Aufnahme des Projektes bei den zuständigen Stellen, bei der Ärzteschaft und bei der Bevölkerung. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, dass die Arbeit und das Engagement der Schwestern im Hospiz mitgetragen werden. Die Vorarbeiten waren nicht immer einfach. Die Anforderungen sind hoch. Umso schöner ist es, dass der Stiftungsrat am 30. September das Hospiz seiner Bestimmung übergeben konnte. Es war auch wichtig, dass das Kloster Baldegg für die nächsten Jahre, mit Schwester Jolenda und weiteren Mitschwestern, die Führung des Hospiz zusicherte. Sr. Thomas Scherer: Mich freut es, dass an diesem schönen Ort bereits einige Menschen friedlich sterben durften. Diese Nachfrage zeigt, dass wir damit eine christliche Antwort auf die drängende Frage des Sterbens geben können.

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