baldeggerjournal

10 Kloster Baldegg Berufung und Sendung Zu Beginn des 13. Kapitels schildert er in aller Kürze einen Gottesdienst, wie Christinnen und Christen im syrischen Antiochia ihn feierten: In der Gemeinde von Antiochia gab es eine Reihe von Propheten und Lehrern; es waren Barnabas, Simeon, genannt «der Schwarze», Luzius von Zyrene, Manaën, der zusammen mit dem Fürsten Herodes erzogen worden war, und Saulus. Als sie einmal für einige Zeit fasteten und sich ganz dem Gebet widmeten, sagte ihnen der Heilige Geist: «Gebt mir Barnabas und Saulus für die besondere Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!» Nach einer weiteren Zeit des Fastens und Betens legten sie den beiden die Hände auf und liessen sie ziehen (Apostelgeschichte 13,1-3). Im Gottesdienst kam also die betende und fastende Gemeinde zusammen mit dem Heiligen Geist überein, das Evangelium über die Grenzen des Judentums hinaus zu verkünden – das war die besondere Aufgabe, die der Heilige Geist der Gemeinde Eine Heimkehr besonderer Art ans Herz legte. Zu dieser besonderen Aufgabe waren Barnabas und Saulus ausersehen. Nach einer weiteren Zeit des Fastens und Betens stellte sich die Gemeinde als ganze hinter dieses Vorhaben, legte den beiden Auserwählten die Hände auf und liess sie ziehen. Die beiden brachen auch unverzüglich auf. Die besondere Aufgabe Wie sah nun dieser Auftrag konkret aus? Im Grunde genommen ging es darum, den Menschen, wo immer sie sie antreffen, das Reich Gottes, das Evangelium zu verkünden, ähnlich wie Jesus und seine Jüngerinnen und Jünger es getan hatten. Das ganz Besondere des Auftrags an Barnabas und Paulus lag nun darin, dass sie das Evangelium nicht «nur» der jüdischen Bevölkerung, sondern auch den Menschen aus den verschiedenen Völkern und Religionen zu verkünden hatten – etwas völlig Neues für jüdische Menschen, auch für solche, die an den Messias Jesus glaubten. Im Folgenden zählt Lukas auf, welche Route die beiden Missionare einschlugen und welche Orte und Städte sie besuchten: wie sie in Zypern vom römischen Statthalter empfangen wurden und den Zauberer und Falschpropheten Elymas entlarvten (13,4-12); wie sie in der Synagoge zu Antiochia (in Pisidien, im Süden der heutigen Türkei) eingeladen wurden, das Wort zu ergreifen (13,13-16); wie Paulus den Anwesenden die Schrift erklärte und Zeugnis von der Auferstehung Jesu gab und wie sich viele Gottesdienstbesucher, auch nicht-jüdische, den beiden anschlossen. Freilich gab es auch Leute, die sich dieser Evangeliumsverkündigung und der damit ausgelösten Bewegung vehement entgegenstellten und die beiden «Unruhestifter» verjagten (13,17-52). Evangeliumsverkündung konkret Barnabas und Paulus gingen dann nach Ikonium. Dazu schreibt Lukas: Dort blieben sie nun geraume Zeit. Im Vertrauen auf den Herrn verkündeten sie die Botschaft von der rettenden Gnade frei und offen, und der Herr bestätigte die Botschaft durch Staunen erregende Wunder, die er durch Paulus und Barnabas geschehen liess (14,3) . Zur Evangeliumsverkündigung gehört eben auch das Bleiben und das Heilen. So war es ja auch bei Jesus und bei denen, die er aussandte (vgl. z.B. Matthäus 10,7-8). Und ähnlich wie Jesus und die Seinen aus gewissen Kreisen immer wieder Gegnerschaft erfahren mussten, stiessen auch Barnabas und Paulus auf Widerstand. Für sie endete die Sache in Ikonium nicht gut. Leute von den besuchten Städten Antiochia und Ikonium kamen und hetzten die Bewohner auf. Sie steinigten Paulus und schleiften ihn aus der Stadt in der Meinung, er Hermann-Josef Venetz, Fribourg Eigentlich liegt der Bibel das Aufbrechen näher als das Heimkehren. Dann kam mir aber doch eine Geschichte in den Sinn, die mich immer wieder tief beeindruckt und von der ich meine, dass sie mit dem Thema des Heftes durchaus etwas zu tun haben könnte. Es ist jener Abschnitt in der Apostelgeschichte, in dem Lukas von der so genannten ersten Missionsreise des Paulus berichtet (Kapitel 13 und 14).

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