13 Augen und Herz öffnet für den wahren Trost. Absichtsloses Interesse Zwei Menschen sind miteinander unterwegs: enttäuscht, niedergeschlagen und traurig. Ein Chaos der Gefühle ist über sie hereingebrochen. Für die beiden scheint es unumgänglich, vom Bisherigen wegzugehen. Sie machen sich auf, und im Gehen des Weges kommen diese Menschen ganz zu sich selber und ins Erzählen. Unaufdringlich schliesst sich Jesus ihnen an. Ihn interessiert ihre Befindlichkeit, ihr Leiden, alles, was sie jetzt gerade bewegt. Die drei bleiben stehen. Dieses Innehalten ist der Auftakt des Getröstetwerdens. Die Emmausjünger legen ihre Sicht der Dinge und ihre Erfahrungen dar. Das reale, konkrete Leben kommt zur Sprache. Sie müssen nichts beschönigen, und auch ihre enttäuschten Hoffnungen brauchen sie nicht zurückzuhalten. Jesus hört zu und ermutigt Jesus ist aufmerksam dabei und folgt im Hinhören ihrem Erleben – er versteht, was sie trostlos stimmt. Er spürt ihre zenTrost ist eine lebenswichtige Erfahrung menschlicher Existenz.Vermutlich bedarf auch der glücklichste Mensch hin und wieder des Trostes. Getröstete gewinnen neuen Halt und erstarken innerlich wieder. Zuversicht und Hoffnung, Freude und innerer Friede begleiten sie auf ihrer nächsten Wegetappe. Bei einer Vertiefung in die Emmausgeschichte der Bibel (vgl. Lk 24,13-55) leuchtet auf, was ein untröstliches Menschenherz ersehnt und in dichten Augenblicken des Lebens tatsächlich erfährt. «Meditativ» – d.h. in die Mitte führend, gehen wir auf Spurensuche und lassen uns vom Evangelium anregen für unseren Dienst der Geistlichen Begleitung und heilenden Seelsorge. Trost anderer Art Das Verhalten Jesu leitet uns. Jesus hält in dieser Geschichte keine Hand, erteilt keine Ratschläge, wischt keine Tränen ab und beschönigt die Sache nicht. Und doch hat seine Begleitung eine tröstende und heilende Wirkung. Es ist das unauffällige, einfühlsame Mitgehen Jesu. Es ist das behutsame Annähern an das göttliche Geheimnis, welches den Jüngern Trösten – einfach da sein, mitgehen, teilen trale Frage – einfühlsam nimmt er ihre Gedanken auf. Dadurch ermutigt er die zwei bei dem zu bleiben, was sie bewegt. Jesus konfrontiert sie mit einer anderen Sichtweise. Er hilft ihnen, ihre Erfahrungen im Lichte ihres Glaubens zu sehen und zu deuten. Das entlastet und tröstet die Jünger. In diesem Miteinander ist so viel geschehen. Ein unsichtbares Band des Zutrauens zu Jesus gibt den Enttäuschten Halt und Sicherheit, sie werden zu Getrösteten. Erfahrung des mitgehenden Gottes tröstet Sie haben das Verlangen, nicht allein zu bleiben. Sie suchen die Beziehung mit Jesus aufrecht zu halten. Jesus lässt sich auf ihren Wunsch ein und teilt das tägliche Brot mit ihnen. Daraufhin zieht er sich als äusserer Wegbegleiter zurück und vertraut auf ihre Lebenskraft und Eigenständigkeit. Das Unterwegssein mit Jesus macht sie innerlich wieder lebendiger. Mit einer neuen Perspektive gehen sie ihren eigenen, weiteren Weg. Und erst im Nachhinein erkennen sie, dass die Erfahrung des unerkannt mitgehenden Gottes in ihrer Krise der eigentliche Trost war. Sr. Samuelle Käppeli, Sr. Katja Müller, Baldegg
RkJQdWJsaXNoZXIy NTcyNzM=