13 Kann ich bei euch meinen 50. Geburtstag feiern? Können Sie uns helfen in der Programmgestaltung «Aktives Alter»? Ist es bei euch rollstuhlgängig, wir kommen mit Behinderten? Nehmen Sie auch Männer auf? Der Pfarreirat möchte am Stundengebet der Schwestern teilnehmen. Geht das? Wir haben vor zwanzig Jahren das Diplom an der Schule Baldegg gemacht. Können wir für einen Apéro kommen? Der Fragenkatalog liesse sich problemlos erweitern. Mich freuen die vielen positiven Rückmeldungen der Gäste. Eine füge ich an: «Nach dem Aufenthalt bei euch schienen mir die Menschen in den Strassen irgendwie menschlicher als ich sie vor dem Aufenthalt wahrgenommen hatte, der Pilatus schien seine Zacken deutlicher in den Himmel zu strecken und sogar das Sonnenlicht schien mir anders zu leuchten. Mit eurer Heiterkeit und inneren Kraft habt ihr mir die Augen und das Herz für vieles neu geöffnet, ich danke euch vielmals dafür!» Sr. Samuelle Käppeli «Nachdem ich als Gast einige AuszeitTage in der Klosterherberge verbracht hatte, meinte mein Mann: ‚Deine Schönheit strahlt im neuen Glanz!‘ Natürlich freute mich seine Aussage. Vom Geheimnis des täglich schweigenden Meditierens, das vermutlich diese Strahlkraft aus mir hervorgelockt hat, habe ich ihm erst später erzählt. Meine persönliche Erfahrung mit der Stille wollte ich zuerst noch etwas hüten und alleine mit mir tragen. In der stillen Zeit liess ich mich einfach von Gott anschauen. Ich habe erfahren, dass sein liebender Blick auf mich lösend und befreiend wirkt.» Solche und ähnliche Aussagen kommen mir von Gästen zu Ohren. Es sind hoffnungsvolle Zeichen für die zunehmende Hinwendung zur Stille. Viele Menschen schätzen in der Klosterherberge den einfachen äusseren Rahmen, den Tagesrhythmus und die Möglichkeit, ihre Auszeit-Tage individuell zu gestalten. Dazu gehören Zeiten des Alleinseins in Stille und Natur sowie des Miteinanders in Gemeinschaft beim Essen und Beten, im Gespräch und im Spiel. Sr. Cornelia Keller Es beeindruckt mich, dass ich in der Klosteherberge wieder ähnliche äussere und innere Erfahrungen machen darf wie schon im Kurhaus Oberwaid. In Begegnungen, in Gesprächen, beim Beten, beim Essen, und im Dasein für die Menschen erlebe ich, wie meine inneren Kräfte spürbar und wohltuend erstarken. Darin zeigt sich für mich, dass wir nicht nur Gebende, sondern auch Beschenkte sind. Es ist bereichernd, die Gäste in Freiheit loszulassen, um für die nächsten von neuem offen und bereit zu sein. Die Beobachtung, dass die Gäste während ihres Aufenthaltes untereinander neue Beziehungen anbahnen, entlastet in der Verantwortung. So spüre ich, dass wir zu einem grossen Teil nur versuchen können, ein gutes Umfeld zu schaffen, damit für die je Einzelnen das Gute und NotWendende geschehen kann. Sr. Bernadette Lüchinger Ich freute mich besonders, die Gestaltung unserer Gartenanlage kennen zu lernen. Weil der Winter so streng war und die Arbeiten im Garten nicht vorwärts kamen, können wir nun zuschauen, wie die Aussenanlage entsteht. Zuerst gab es nur lauter unförmige Erdhaufen. Dann wurden diese Erdhügel verschoben. Von einer Seite auf die andere und dann wieder zurück. Als ob die Gärtner nicht recht wüssten, wohin der Humus gehört. Mir schien es wenigstens so. Manchmal konnte ich überhaupt keinen Fortschritt sehen. Und dann lag die Erde im Innenhof plötzlich geordnet und glatt da, wurde noch verfeinert, gewalzt und dann mit Samen bestreut. Auf einmal war das Ergebnis sichtbar. Genau so habe ich unser Anfangen in der Klosterherberge erlebt. Es braucht viel Zeit und Geduld, bis alles seinen richtigen Platz gefunden hat. Auch wir mussten manchmal Ideen verwerfen, Pläne anpassen, Zeiten ändern oder Räume wechseln. Kennen lernen braucht Zeit wie das Wachsen. Sr. Katja Müller Was läuft noch? Hat jemand Lust zum Spielen? Wo trifft man sich? Der «Töggelikasten» unter dem Nussbaum vor dem Klosterkafi war mehr als einmal unser Treffpunkt. Natürlich braucht es etwas Überzeugungskraft, weil es für einige Gäste der erste Töggelimatch seit ihrer
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