baldeggerjournal

7 Regulierung der Kolonien wird daher der Liegebereich der Kühe und Schafe regelmässig ausgemistet und die Güllenkanäle gereinigt. Emsige und schlaue Gäste Im Landwirtschaftsland tummeln sich manchmal Füchse. Unter der Erde sind viele unbekannte Tierchen am Werk. Der Regenwurm nimmt ständig Erde auf, diese wird im Wurmdarm umgewandelt und durch diesen Prozess mit Mineralstoffen angereichert. Dadurch sind die Mineralstoffe von den Pflanzen leichter aufnehmbar und das Pflanzenwachstum wird gefördert. Auch verschlammt der von Regenwürmern bearbeitete Boden bei intensiven Regenfällen weniger, im Gegensatz zu mechanisch gelockertem Boden. Die Aktivität der Regenwürmer lässt sich an den auf der Erde elegant aufgetürmten Häufchen erkennen. Ein Gramm bester Erde beherbergt Millionen Bodenorganismen wie Bakterien, Schimmelpilze, Strahlenpilze, Hefen, Amöben und Algen. Das bedeutet, dass eine Hand voll gesunder Erde mehr lebende Organismen enthält als Menschen auf der Erde sind. In der Vogelwelt sind die Krähen nicht immer willkommen, denn sie sind äusserst intelligent und merken sofort frische Feldarbeit. Dann fliegen sie in Scharen und schauen, ob sie leckere Körner unmittelbar nach dem Säen wieder ausgraben können. In der Herbstzeit sammeln die Krähen Baumnüsse und lassen diese immer wieder zu Boden fallen, bis Hexe, Volvo und Max Zu den grossen Tieren zählt unsere Mutterkuhherde mit Stier «Volvo» und die Mutterschafe mit Schafbock «Max» sowie die Katzen. Schweren Herzens mussten wir Ende Oktober die grau-weisse Katze «Hexe» von den Altersbeschwerden erlösen lassen. Das Büsi sass fast immer vorne an der Ecke oder auf dem Bänkli. Je nach Jahreszeit machen sich verschiedene Tiere nur selten bemerkbar. Im September beobachteten wir während kurzer Zeit ein Igelpaar, das sich abends am Fressnapf der Katzen verpflegte. Plötzlich blieben die Igel aus und wir mussten annehmen, dass sie ins Winterquartier gesiedelt sind. In den wärmeren Monaten zur Abenddämmerung fliegen die Fledermäuse herum und fangen Insekten, denn sie mögen die aufsteigende Wärme über dem grossen Vorplatz. Diesen Herbst bemerkten wir zu später Stunde eine Eule. In den grossen Gebäuden vom Klosterhof hausen eine Vielzahl an Spinnen, welche ungestört ihre Netze ausbreiten und so Beute machen. Die Fliegen lieben den Sommer und vermehren sich meistens in einem Masse, das uns nicht gefällt. Zur Die Natur ist eine grossartige Beherbergerin Das Pächterehepaar Sabine und Andreas Marbot-Weber bewirtschaften seit Januar 2008 mit ihren Mitarbeitenden den grossen Klosterhof in Baldegg. Das Leben rund um den Bauernhof gleicht einer riesigen Tier-Herberge. Zimmer gibt es im Klosterhof zwar keine, aber es ist ein stetes Kommen und Gehen, so schreiben Sabine und Andreas Marbot. Sie laden die Leserinnen und Leser ein, ihre Gäste kennen zu lernen. die Schale aufspringt und die Nuss freigelegt ist. Den selten gewordenen Feldhasen gefällt es in den Ländereien vom Klosterhof. Letzten Winter raffelten die Langohren an jungen Obstbäumen die Rinde vom Stamm weg, so dass die JungBäume mit einem Schutz eingepackt werden mussten. Ebenfalls sind die Mäuse für die Obstbäume nicht förderlich. Das Wurzelwerk scheint besonders schmackhaft, aber durch zu viel Wegfressen können die Bäume absterben. Nebst dem manuellen Fangen der Mäuse hilft uns der Mäusezaun mit den dort installierten speziellen Mäusefallen. Die Maus vermutet einen Unterschlupf in der Falle und ist dann gefangen. Unsere Katzen sowie Füchse öffnen den Deckel der Fallen und fangen die Mäuse. Damit in der Obstplantage die Vögel brüten, haben wir im letzten Frühling einige Nistkästen montiert. Die an den Bäumen befestigten und mit Holzwolle gefüllten Blumentöpfchen sowie die ausgedienten Besenstücke dienen der Ansiedelung und Vermehrung von Ohrwürmern. Der Ohrwurm ist ein Insekt und frisst am liebsten Birnblattsauger und Blutläuse (Obstschädlinge). Der Wurzelstockstapel nahe der Obstanlage bietet Unterschlupf für Wiesel und Insekten. Die Bienen, Hummeln und Wildbienen sind immer gern gesehene Gäste. Es liesse sich noch viel mehr über den Herberge-Kreislauf im Klosterhof berichten. Vielleicht haben wir Sie dazu inspiriert, in Ihrer persönlichen Herberge wieder mal Neues zu entdecken. Klosterhof Sabine und Andreas Marbot-Weber, Baldegg

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