4 geblieben ist, und in einer Umgebung, in die es so ganz und gar nicht hinein passt. Aber es war unentbehrlich für die amerikanischen Kapuziner und die Baldegger Schwestern, die auf diesem Flecken Erde wirkten und immer noch dort sind. Auch heute braucht das Reisen Geduld, doch nicht mehr in der gleichen Art und Weise. Mendi hat nun einen richtigen kleinen Flugplatz, und nach Det führt eine Strasse, die mit robusten Wagen befahren werden kann. Papua Neuguinea mit seinen Menschen ist wirklich ein Land der Geduld. Oder wurde die Geduld in den letzten 50 Jahren vernachlässigt, indem der Einfluss der modernen Welt die Papuas vom Steinzeitalter ins Computerzeitalter katapultierte? Glauben als Geduldsprobe Nachhaltige und dem Volk angemessene Entwicklung braucht Geduld. Nur mit Geduld können Fehlentwicklungen wieder in bessere Bahnen geleitet werden. Die Vermittlung des Glaubens ist eine Geduldsprobe. Missionsarbeit ist nur etwas für geduldige Menschen. Nichts darf aufgezwungen werden, ganz besonders auch nichts Religiöses. Aber der befreiende christliche Glaube ist ein hohes Gut. Jeder Mensch hat das Recht, davon zu wissen, ihn kennen zu lernen, in Geduld darüber nachzudenken und unterrichtet zu werden. Jeder weitere Schritt steht dann im persönlichen Entscheid des Menschen. Wer als Christin oder Christ in Papua Neuguinea leben will, sollte im Alltag die Konsequenzen ziehen. Diese aufzuzeigen, ist eine der Aufgaben der Missionarinnen und Missionare. Die Bergpredigt des Evangeliums weist den Weg. Es braucht viel Geduld für die Papuas und die Schwestern, in einer von Rache und Vergeltungsdenken geprägten Gesellschaft miteinander Wege christlichen Handelns zu suchen, zu finden und zu gehen. Im Umgang mit Konflikten zwischen den Stämmen und immer wieder bei Wahlen ist Geduld besonders gefragt. Eine Geduld, die nur Früchte tragen kann, wenn sie von christlichen Werten beseelt wird. Den Geduldigen gehört die Zukunft Die Baldegger Schwestern im Südlichen Hochland von Papua Neuguinea haben in den vergangenen fast 40 Jahren die Papuas ein wenig kennen gelernt. Nur ein wenig, gestehen sie in demütiger Geduld. Sie sind aber überzeugt, dass nur geduldiges Dasein, Mitgehen, Anteilnehmen, Verzeihen und Vertrauen das christliche Denken und Handeln langsam festigen kann. Darum sind sie auch nach grossen Rückschlägen und in fast aussichtslosen Situationen immer neu bereit zu bleiben. Jede der sieben Schwestern trägt auf ihre persönliche Art und mit ihren besondern Fähigkeiten bei zu einem glücklicheren Leben der einheimischen Bevölkerung. Die Geduld gehört dem Morgen Wenn ich an Geduld denke, von Geduld höre, wenn ich Geduld erwarte und im Alltag geduldigen Menschen begegne, wenn ich mich selber in der Geduld erprobe, kommt mir oft das ferne Papua Neuguinea in den Sinn. Auf allen Ebenen, zu allen Zeiten, in allen Situationen kann man dort das Gedulden üben. Es begann schon am 7. Oktober 1969, als die ersten fünf Baldegger Schwestern die lange Reise antraten, um auf der anderen Seite des Globus für die Menschen da zu sein. Das Fliegen brauchte Zeit und Geduld. Das Ankommen brauchte Kraft und Geduld. Das Einleben brauchte Zuversicht und Geduld. Das Arbeiten brauchte Hingabe und Geduld. Die Trennung von der Heimat und von vielen vertrauten Menschen brauchte Grossherzigkeit und Geduld. Keine Strasse führte auf die einsame Buschstation. Ein kleines Missionsflugzeug war das Transportmittel für die letzte Strecke der langen Reise. Diese ging von Mendi – dem Hauptort des Südlichen Hochlandes mit seiner erst nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckten und noch im Steinzeitalter lebenden Bevölkerung – in das verlorene Dorf Det. Kommt das Flugzeug an und landet es auf der kurzen Fussballpiste oder kommt es nicht? Sich gedulden war das einzig angemessene Verhalten und ist es zum Teil auch heute noch. Geduldig zum Himmel aufblicken. Schenkt die Wolkendecke den in Hoffnung und Geduld Harrenden eine kleine Öffnung des Himmels, damit überhaupt gelandet werden kann? Oder müssen wir bis morgen warten, bis übermorgen – geduldig vertrauend und dankbar für dieses kleine fliegende Wunderwerk. Früher oder später landete es immer, aber in einer Zeit und Welt, die für uns stehen Sr. M. Martine Rosenberg, Baldegg baldegger schwestern Im Land der Geduld
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