6 Richtung unserer Missionsstation. Ja, sie kamen, und auch unsere Männer waren zum Kampf gerüstet. Die Kranken im Spital flohen, und einige versteckten wir in unserem Haus. Auch die Familien unserer Mitarbeitenden drängten sich hinein. Das Heer rannte im Sturmesschritt und unter lautem Kriegsgeschrei durch das Spitalgelände an unserem Haus vorbei. Sie schlugen kurz und klein, was im Wege stand, bis auch sie dann wieder in die Flucht geschlagen wurden. Häuser brannten, drei unserer Männer wurden aufgebahrt und es wurde Totenklage gehalten, gemischt mit Kriegsgeschrei. Wie wird das enden? In beiden Lagern gab es schon viele Tote, und die Vergeltung oder Blutrache wurde auf vier Generationen zurückgezählt. – Trostlos, sinnlos, unverständlich ... Tasol – God i stap. Gott ist da, nicht der rächende Gott, doch ein Gott, der im Tiefsten eines jeden Menschen das Gute geschaffen hat, etwas, das wohl überschüttet, doch nie zerstört werden kann. Gott ist da. Tasol – God i stap. Wir glauben, dass er die langen und schwierigen Friedensverhandlungen begleitete, wo sich Missionsleute und andere Menschen, vor allem auch Frauen, zutiefst engagierten, um die vielen Spannungen durchzutragen, bis echte Versöhnung möglich war. Das waren nicht Tage, es waren Jahre. Ob diese Wunden heute geheilt sind? Wir wissen es nicht. – Tasol God i stap. Und diesem liebenden Gott, der selbst unser Menschsein auf sich genommen hat, – ihm vertrauen wir uns und die Menschen in Papua Neuguinea an.» Mit der Verleihung des Anerkennungspreises 2008 der Alois und Jeanne Jurt-Stiftung wurde am Samstag, 14. Juni 2008 im Kloster Baldegg der jahrzehntelange Einsatz der Baldegger Schwestern in Papua Neuguinea geehrt. Rund 180 Gäste teilten die Freude von Sr. Paulus-Maria Marfurt, Sr. Valentine Flury und Sr. Lorena Jenal. Stellvertretend konnten sie den Preis vom Stiftungspräsidenten, Herrn Alois Jurt, für alle in Papua Neuguinea tätigen Schwestern entgegen nehmen. Preise zeichnen normalerweise eine Bestleistung aus, ein ausserordentliches Werk oder eine Erfolgsgeschichte. Der Alois und Jeanne Jurt-Preis 2008 würdigte für einmal auch das Gewöhnliche: den nimmermüden Einsatz und das Ausharren der Baldegger Schwestern in friedlichen und gefahrvollen Zeiten. Immer wieder erleben sie auch Enttäuschung, Verdruss und Mutlosigkeit. Und trotzdem bleiben sie mit den einfachen Menschen im Busch. «Tasol God i stap» – trotz allem ist Gott da. Gerade dieser Satz gibt den sieben Schwestern Kraft. Während der Feier führten die drei Schwestern aus, was «tasol God i stap» für sie bedeutet. Sr. Paulus-Maria Marfurt tat es so: «... ich war auf dem Weg zur Kirche, um das Morgengebet vorzubereiten. Da rannte plötzlich eine Frau an mir vorbei und verwarf die Arme unter lautem Geschrei, immer in einer Richtung weisend. Ich folgte ihr. Und was war es? Der Feind näherte sich über die abgebrannten Felder Sr. Marie-Ruth Ziegler, Baldegg baldegger schwestern Tasol God i stap Sr. Lorena, Sr. Valentine, Sr. Paulus-Maria
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