baldeggerjournal

14 Alles fügt sich und erfüllt sich Sr. Mirjam Schwegler, Hertenstein baldegger bildungshaus Vom Ungeduldig sein Jetzt in der pfingstlichen Zeit ist in der Natur alles am Wachsen und Blühen und Reifen. Ich entdecke täglich Neues. Nichts mahnt zur Geduld. Nein, in diesen Tagen lässt sich nicht erleben, was in der folgenden Geschichte zu lesen ist: «Ein Bauer war enttäuscht über das langsame Wachstum seiner Getreidepflanzen. In seiner Ungeduld begann er an den Halmen zu zerren. Als er am Abend nach Hause zurückkehrte, seufzte der Bauer: ‚Ich bin todmüde; den ganzen Tag habe ich damit zugebracht, dem Getreide beim Wachsen zu helfen.‘ Seine Söhne rannten aufs Feld, um zu sehen, was er getan hatte. Sie fanden lauter Halme, die bereits verdorrt waren.» Oder kennen Sie diese Ungeduld im Alltag etwa auch? Die Beschleunigung hat in allen Bereichen des Lebens zugenommen, bei der Arbeit, in der Gesellschaft, in der Familie, in der Freizeit. Von aussen oder von innen werde ich gedrängt immer dran zu sein. Immer schneller, immer effizienter habe ich zu arbeiten und in immer kürzerer Zeit soll ich mehr Leistung erbringen. Der Umgang mit modernen Medien hilft mir Zeit zu gewinnen. Doch wohin bringt mich dies? Ich werde abhängig vom Handy, dem PC, dem Terminplaner … sie versklaven mich. Da erzählt uns Jesus im biblischen Gleichnis «Vom Wachsen der Saat» etwas anderes: «Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiss nicht wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.» (Mk 4, 26-29) Welch eine Ermutigung. Welch eine Zuversicht! Das Gleichnis zeigt uns, dass das wirklich Entscheidende im Tun des ganz Gewöhnlichen und Alltäglichen geschieht. Der Bauer in diesem Gleichnis tut das, was ein Bauer eben tut: er sät, dann geht er schlafen und steht wieder auf. Unbemerkt keimt und wächst die Frucht. Es wird Nacht und es wird wieder Tag. Viele Male. Ist dann die Zeit der Ernte da, legt der Mann die Sichel an. Vom Geduldig werden Wie aber kommen wir zu diesem Gedulden, Erwarten und Vertrauen? Das Haus Stella Matutina in Hertenstein ist ein guter Übungsort dafür. Fahren Sie doch einmal zu uns. Gedulden Sie sich im Auto an den verschiedenen Ampeln vorbei oder auf der gemächlichen Fahrt übers Wasser, beim Anlegen des Schiffes an der Station, auf dem Fussweg oder auf der

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