7 Wenn wir stehen bleiben, sollte das auch eine Wirkung auf unsere innere Haltung haben. Stehen bleiben macht uns still. Stehen bleiben hilft, uns auf das zu konzentrieren, was jetzt ist und geschieht. Stehen bleiben braucht Geduld und verhilft zur Geduld. In der Liturgie hat jede Haltung ihren Grund, so auch das Stehen. Wir bleiben stehen, wenn das Lob Gottes im «Gloria» gesungen wird. Stehen gehört auch zum «Credo», wenn wir unseren Glauben bekennen. Wir drücken damit aus, dass wir zu unserem Glauben stehen. Wir stehen, wenn wir das «Vater unser» beten. Stehen drückt Ehrfurcht und Anwesenheit aus. Oft stehen wir auch beim Singen der Lieder, weil der Gesang sich im Stehen besser entfalten kann. Eine gute Körperhaltung beim Stehen ist überall wichtig, in der Kirche aber ganz besonders. Langes Stehen bei einer guten Haltung macht weniger müde. Richtiges Stehen beim Gebrauch von Weihrauch hilft mit, dass es uns nicht schlecht wird. Wenn wir aufrecht stehen, atmen wir besser. Beim Stehenbleiben vor dem Altar in unserer Kirche staunen wir, wie Jesus uns vom Wandgemälde aus so innig anschaut. Sicher freut er sich, dass wir vor ihm stehen. Und vielleicht sagt er mit seinem liebenden Blick, dass wir möglichst gerade stehen bleiben sollen, äusserlich und innerlich, mit Leib und Seele. Stehen bleiben bedeutet in unserer Gruppe auch Freundschaft. Wir stehen zueinander. Wir bleiben stehen, wenn es einem Mini nicht gut geht. Wir bleiben auch stehen, um uns nach einem Streit wieder zu versöhnen. Für uns hat das Stehenbleiben wirklich viele Bedeutungen. Es hilft uns, in Ruhe und Sammlung unseren Dienst zu tun und uns auf ein gutes Ziel im Leben auszurichten. Gemeinsam wollen wir von jetzt an noch bewusster stehen bleiben, unser Leben überdenken und uns freuen, dass wir den Weg ein Stück weit miteinander gehen können. Wenn wir stehen bleiben und unseren Blick nach innen richten spüren wir, dass wir nicht allein sind. Es sind nicht nur unsere Kameradinnen und Kameraden, die mit uns gehen, sondern es ist auch Jesus, der zu uns steht und uns begleitet. Er geht alle Wege mit uns. Beim Stehen bleiben in Stille und mit wachem Herzen erfahren wir seine Gegenwart. Die Minis von Baldegg, also wir Ministrantinnen und Ministranten, haben darüber nachgedacht, was für uns «stehen bleiben» bedeutet, wie wir das Stehenbleiben erleben und was wir davon halten. Stehen bleiben hat positive und negative Seiten. Wer zum Beispiel im Leben einfach stehen bleibt, kann viel versäumen, nicht weiter kommen, nicht reifen und wachsen. Stehen bleiben vermittelt aber auch Sicherheit, verhilft zur Konzentration und regt zur Sammlung an. Wer über eine Strasse rennt ohne zuerst stehen zu bleiben und nach links und rechts zu schauen, setzt sich einer Gefahr aus. Dieses Stehenbleiben in Aufmerksamkeit und Wachsamkeit lernen die Mädchen und Buben schon beim Verkehrsunterricht im Kindergarten. Wir Minis erfüllen einen kirchlichen Dienst. Bei dieser Aufgabe hat das Stehenbleiben einen ganz besondern und wichtigen Stellenwert. Beim Üben müssen wir miteinander dieses Stehenbleiben lernen und verbessern und hie und da auch korrigieren, damit aus dem Stehenbleiben nicht ein gleichgültiges Dastehen wird. Wir stehen ja nicht auf dem Pausenplatz, sondern wir stehen in der Kirche, wir stehen vor Gott. Wenn wir bei den Proben aufmerksam dabei sind, lernen wir, wann wir wo zu stehen haben und stehen bleiben sollen. Wir üben so lange, bis wir es genau wissen. Es ist nämlich unangenehm, wenn die Leute im Gottesdienst sehen, dass wir oder dass einzelne von uns am falschen Platz stehen. Wir wollen doch unseren Dienst so gut und so schön und so richtig als möglich tun. Jessica Aregger, Vivienne Aregger, Patricia Bucher, Blinda Bucher, Andreia Correia, Catarina Correia, Isabel Grau, Joel Henseler, Celine Metry, Stefanie Metry, Brigitte Pinto, Sofia Pinto, Manuel Schmidlin, Adrian Zimmermann, Christoph Zimmermann, Martina Zimmermann und Sr. Isabel Spichtig, Baldegg baldegger schwestern Wenn Minis stehen bleiben
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