baldeggerjournal

6 Die Leute denken immer jKlöster sind reichv und gleichzeitig sagen sie auch jKlöster sollten arm seinv. Wie denken Sie ARS: Ja, Klöster sind reich. Ich bin sogar fasziniert von ihrem Reichtum. Ich habe zu verstehen gelernt, dass eine Ordensgemeinschaft und deren Mitglieder reich sein können. Zu diesem Verständnis gelangen wir Leute jedoch nur, wenn wir versuchen, die «Ordens-Sprache» zu hören, zu verstehen und vielleicht auch zu sprechen. Selbst die «Ordens-Sprache» zeugt von Reichtum. Ich würde übrigens allen anraten, einmal in ein Kloster hineinzuhören. Das Verstehen fällt beim guten Zuhören dann nicht mehr so schwer. Den von den Leuten vermuteten und angemahnten «materiellen Reichtum» brauchen eine Klostergemeinschaft und ihre Mitglieder nicht, um «wirklich» reich zu sein. 5rotzdem, die Leute sehen meist die grossen Klosteranlagen mit den vielen (ebÅuden. *st das wirklich 3eichtum ARS: Dazu möchte ich das Kirchenrecht zitieren. Denn es macht auch konkrete Aussagen zu diesem Thema. Es heisst in Can. 634 f 2. «Die Klöster sollen aber jedwede Art von Luxus, übermässigem Gewinn und Güteranhäufung vermeiden.» Klosterbesucher, die die landschaftliche, die aussen- wie innenarchitektonische Schönheit von Klöstern bewundern, sollten bei ihrem Urteil darum nicht vergessen, dass deren Pflege und Unterhalt zum grossen Teil staatlichem, also öffentlichem Verlangen entsprechen. Damit wird den Klöstern – trotz staatlicher Zuschüsse – oft eine «übergrosse» Baulast aufgebürdet. Und wie steht es um die Armut der Klöster ARS: Durch meine regen Kontakte mit Klöstern bin ich auch auf Not und Armut gestossen. Ich meine hier wirkliche, materielle Armut. Einige Klöster verfügen über ungenügende personelle und vor allem finanzielle Ressourcen. Um ihren überlebensnotwendigen Bedarf an Gütern decken zu können, sind sie auf tatsächliche materielle Unterstützung anderer Klostergemeinschaften angewiesen. Spenden-Aufrufe und Fundraising, Verkauf nicht absolut notwendiger Güter können die Not lindern. Dass solche Situationen das Teilnehmen an der Sendung der Kirche in Frage stellen oder gar verunmöglichen, ist leicht zu verstehen. Was zu dieser Notsituation letztlich führte, ist nicht entscheidend. Alle diese Gemeinschaften haben aber ausnahmslos Unterstützung verdient. Die Leute sollten auch einmal in diese Kommunitäten hineinhorchen. Sind vielleicht die eben erwÅhnten Probleme der (rund, weshalb sich auch Klöster veranlasst sehen, ihr Vermögen eYtern verwalten zu lassen Was machen Klöster überhaupt mit dem Geld, das sie verdienen? Oder mit den Altersrenten? Immer wieder werden solche Fragen gestellt, manchmal mit besorgter Miene, manchmal hinter vorgehaltener Hand. Ja, was tut das Kloster Baldegg beispielsweise mit dem Geld, das es durch den eben getätigten Verkauf seines Kurhauses Oberwaid erhält? Diese Frage lässt sich einfach beantworten. Das Kloster benötigt den Ertrag aus der Finanzanlage für den Lebensunterhalt der vielen betagten und pflegebedürftigen Schwestern im ordenseigenen Pflegeheim. Trotzdem: gerade in einem Kloster muss es immer wieder um den rechten Umgang mit dem Geld gehn. Wie hilft Geld die Sorgen lösen, und wie muss man mit dem Geld umgehen, damit man andern helfen kann? Vermögensberater und Vermögensverwalter, Börsenspezialist und Kirchenrechtsspezialist, Alpbesitzer und Unternehmer, Freund von Klöstern und Kirche – das sind Bezeichnungen, unter denen Alfred R. Schwitter in kirchlichen Kreisen und vielen Klöstern in der Schweiz und darüber hinaus bekannt ist. Seit 1972 ist er mit einem eigenen Geschäft in der Beratung und Vermögensverwaltung von Klöstern und kirchlichen Institutionen tätig. Zusammen mit seinen Mitarbeitenden ist die Pfalz Finanz AG, Zürich, auch für das Kloster Baldegg tätig. Ihm stellt Schwester Marie-Ruth Ziegler Fragen zum Thema «Geld im Kloster» und bekommt Antworten zu «Geld und Geist». Ein Gespräch mit Alfred R. Schwitter, Les Plans s/Bex baldegger schwestern Von der Sorge um das Geld und vom Sorgen mit Geld

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