baldeggerjournal

5 nichts, sondern lasst in allen Lagen eure Bitten durch Gebet und Fürbitte mit Danksagung vor Gott laut werden. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Brot für uns In der Sehnsucht, Weihnachten handgreiflich und sinnenfällig erleben zu dürfen und dieses Erleben mit vielen Menschen feiern zu können, liess Franziskus 1223 das Fest in einem Stall ausgestalten. Ochse und Esel wurden herbeigeführt. Krippe und Heu bereitgemacht, damit die Menschen die Gegenwart des Jesuskindes in dieser Weihnachtsnacht ganz konkret erfahren konnten. Über der Krippe feierte Bruder Leo den Festgottesdienst und liess so, im Brot und Wein der Eucharistie, das Jesuskind unter den Menschen gegenwärtig werden. Die Eucharistiefeier ist für Franziskus die leibhafte Ankunft Jesu mitten in dieser Welt, mitten unter den Menschen. Neben dem Wort Gottes, in dem der Mensch ihn zu hören vermag, wird Jesus in der Eucharistie ganz gegenwärtig, damit er ihn verehren und empfangen kann. Im Geheimnis der Eucharistie ereignet sich mystisch, sakramental, was sich bei der Geburt Jesus ereignet hat: Gott wird Mensch. Während er sich in Bethlehem in der Zerbrechlichkeit und Armut eines Kindes entäussert hat, gibt er sich jetzt in der winzigen Gestalt des Brotes. Grösstmögliche Demut wird sinnlich erfahrbar. Gott hält nichts zurück Jesus ist ein Gott-für-uns, Gott-mit-uns, Gott-in-uns. Jesus ist Gott, der sich selbst vollständig gibt. Jesus hält das, was er besitzt, nicht fest. Er klammert sich nicht daran. Das Brot und der Wein sind nicht nur Zeichen seines Wunsches, unseren Hunger und Durst zu stillen. Das Wandlungsgeschehen der Eucharistie ist die alltäglichste und gleichzeitig göttlichste Geste, die man sich vorstellen kann. «Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäusserte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich bis zum Tod; bis zum Tod am Kreuz» (Phil 2,6-8). Das ist die Geschichte Gottes, der uns ganz nah kommen möchte, so nah, dass wir ihn mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören, mit eigenen Händen berühren können; so nah, dass nichts zwischen uns und ihm ist, nichts was uns trennt, nichts, was entzweit, nichts, was Abstand schafft. Gott ist nicht nur vor vielen Jahren in einem fernen Land Mensch geworden. Gott hält nichts zurück, Gott gibt alles.

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