4 doppelt abhalten, weil es unmöglich war, die verfeindeten Leute an einem Ort zusammen zu bringen. Eine Lösung des Konfliktes schien unmöglich. Anfangs 1999 spürten wir, wie die Sehnsucht nach Frieden immer mehr aufkam. Doch die Leute fühlten sich hilflos. Wer kann in dieser verzwickten Situation vermitteln? Politische Führer und Polizei waren selber in die Konflikte verwickelt und schienen nicht in der Lage, sich neutral zu verhalten. Im April 1999 lud die Pfarrei Det Leute und Führer der verschiedenen Kirchen und der Regierung zu einem Workshop zum Thema Konfliktlösung ein. Raymond Ton, der Sekretär der Arbeitsgemeinschaft für Gerechtigkeit und Friede in der Diözese Mendi war uns eine unersetzlich Hilfe. Er wollte die Führer von beiden Seiten an einem neutralen Ort zusammenbringen. Dies war unmöglich. Die Angst und das Misstrauen voreinander waren zu gross. Darum trafen sich die Leute von Karinj vom 22. zum 24. April 1999 in der Kirche von Tamanda. Die Leute von Aron verhandelten drei Tage später in Det. Raymond sprach über Konfliktlösung, Gerechtigkeit und Friede. Doch viel mehr Zeit verbrachte er damit, die Leute erzählen zu lassen und Einblick in die tragischen Ereignisse und Zusammenhänge zu bekommen. Immer mehr kam die Sehnsucht nach Frieden zum Durchbruch. Gemeinsam suchten sie nach Wegen der Versöhnung. Diese Gesprächsrunden brachten uns auf dem Weg zum Frieden einen grossen Schritt vorwärts. Wir hofften, schon bald weitere Friedensverhandlungen durchführen zu können, doch nur zwei Wochen später wurde ein Pastor der Pfingstkirche getötet. Die folgende Woche begannen neue Kämpfe zwischen Mato und KesuKusa. Die Zeit war noch nicht reif für den nächsten Schritt. Bei unsern monatlichen Zusammenkünften mit Pfarreiräten und Katecheten in Det und in Poroma, und auf den Besuchen der Aussenstationen führten wir unsere Gespräche weiter. Dies war ganz im Sinn der Vorbereitungen auf das Jubiläumsjahr 2000. Der Bischof schrieb Briefe an die Katholiken seiner Diözese und munterte zu Versöhnung und Friede auf. Unerschrocken wandte er sich auch an Führer und Politiker. Diese Briefe wurden in unsern Sitzungen diskutiert und in den Kirchen vorgelesen. Unermüdlich wurde um Frieden gebetet. Die politischen Führer versammelten ihre Leute am 19. August 1999 in Poroma für Friedensverhandlungen. Nur vier Tage später griff ein Stamm von Poroma in Onja an. Ein junger Mann wurde getötet. Was tun, damit die Kette der Racheakte endlich gebrochen wird? In Det versammelte Der Herr schlichtet den Streit der Völker Dann schmieden sie aus ihren Schwertern Pflugscharen Und aus ihren Speeren Winzermesser. Keiner lernt mehr das Kriegshandwerk. Auf, ihr Nachkommen Jakobs, lasst uns im Licht leben, das der Herr uns schenkt (vgl. Jes 2,4-5). Die Lesung mit der Verheissung des Herrn, die Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden, trifft mein Herz. Sie hat mit meinen Erfahrungen in Papua Neuguinea zu tun. Die Pfarrei Det liegt in der Diözese Mendi in der Provinz des Südlichen Hochlandes von Papua Neuguinea. Von 1993 bis 1999 war die Pfarrei zerstritten in zwei Lager, Aron und Karinj. Immer wieder griffen Kriegertruppen einander an, vorerst mit Pfeil und Bogen, dann nach und nach mit sehr gefährlichen modernen und illegalen Waffen. Die ganze Bevölkerung litt unter diesen Stammeskämpfen. Über 100 Menschen waren ums Leben gekommen, andere wurden schlimm verletzt, ganze Siedlungen waren niedergebrannt und Gärten zerstört. Das Spital in Det, die Hilfsposten und die drei Primarschulen waren entweder geschlossen, zerstört oder wurden unter grossen Schwierigkeiten recht und schlecht aufrecht erhalten. Viele Kinder konnten jahrelang nicht zur Schule gehen. Den Leuten von Karinj war der Weg nach der Hauptstadt Mendi gesperrt. Wir vom Pfarreiteam in Det versuchten uns neutral zu verhalten und beiden Seiten gerecht zu werden. Das war eine grosse Herausforderung, lebten wir doch mitten im Stamm der Aron. Wir mussten Sitzungen mit Katecheten und Kirchenräten Sr. Monika-Pia Kneubühler, Det, Papua Neuguinea baldegger missionen Schritte zum Frieden
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