7 Ein guter Anfang am alten Ort Sr. Marianne-Franziska Imhasly, Baldegg Sr. Nadja Bühlmann Sr. Tamara Steiner An einem herbstlich goldenen Septembermittag gehen wir drei Schwestern vom Schloss hinüber zum Gelben Haus. Auf den Rasenflächen um den Springbrunnen herum sehen wir überall Gruppen von Schülerinnen und Schülern. Sie picknicken im Freien, plaudern miteinander, erlauben sich ein Mittagsschläfchen oder spielen auf der Gitarre. Es ist ein friedliches, fast idyllisches Bild. Dabei könnte uns das Gelbe Haus einiges über die neue Ära erzählen! Vorbei ist der Dornröschenschlaf des leer geräumten Hauses! Genau 500 Schülerinnen und Schüler sowie um die hundert Lehrpersonen bevölkern nun die ehemalige Schule Baldegg. Neues Leben pulsiert in den Räumen. Auf den Treppen und in den Korridoren wird gesprungen, gestossen, zur Vorsicht ermahnt; es wird miteinander gesprochen, diskutiert; es wird gelacht und geneckt, es werden die letzten Vokabeln gelernt, ehe sich die älteren und die jüngeren Schülerinnen und Schüler in die Schulzimmer begeben und den Unterricht beginnen. Vorbei ist die Zeit des Staunens über die Grösse der Anlage. Vorbei ist die Unsicherheit, sich in dem Labyrinth von Räumen zu verlieren. Wie anders war doch der Beginn am 22. August 2005! Der Start war gut geplant, aber die Unwetter hinderten einige Lehrpersonen, unter ihnen auch den Rektor, und Schülerinnen wie Schüler zur rechten Zeit in Baldegg zu sein. Manch einer dachte da vielleicht: «Das fängt ja gut an!» Zudem regnete es ohne Unterlass. Alles war grau und nass. Die Zeit des Parcours durch die neue Schulanlage war zu knapp bemessen und das Schlangestehen vor dem Mittagessen wollte kein Ende nehmen. Geduld war angesagt! Unsere ehemaligen Schülerinnen spürten den Übergang wohl am intensivsten. Unmut machte sich breit. Dennoch haben wir das neue Schuljahr gut angefangen. Zum geglückten Start trugen viele das Ihre bei. Wir denken an all die Handwerker, die während der Sommerferien und noch kurz vor Beginn Riesenarbeit geleistet haben. Ein grosser Applaus gehört aber auch allen Lehrpersonen. Sie haben gemeinsam im wahrsten Sinne des Wortes angepackt. Nachdem Zügelfirmen das Mobiliar in den einzelnen Räumen abgestellt hatten, gab es wohl Tausende von Kisten und Schachteln, die ausgepackt werden mussten. Allein in der Grossen Bibliothek sollen es 240 gewesen sein! Selbst am Freitag vor Schulbeginn wurden die noch vom Anstrich feuchten, soeben frisch renovierten Zimmer des Mittelbaus eingeräumt. Alles war auf Trab! Inzwischen sind die Bücher im Gebrauch, die Computer vernetzt, die Anschlüsse perfekt. Wie steht es aber mit uns Schwestern? Wie geht es unseren ehemaligen Schülerinnen? Für uns alle war es ein völliger Neubeginn. Bekanntes, Heimat gab es nicht mehr. Wir Schwestern kannten viele Kolleginnen und Kollegen von Hochdorf und Hitzkirch nicht. Auch da mussten Anschlüsse erstellt werden. Spontan gab es herzliche Begegnungen: «Hoi, i bi – und du?» Ein Händedruck, ein Gruss, ein Wort – und schon gehörten wir dazu! Manchmal spürten wir aber auch eine Distanz, eine Unsicherheit, wie man sich Schwestern gegenüber verhalten muss. Es gab Vorurteile, wie das Beispiel einer Schülerin aufzeigt: «Also, am Anfang dachte ich, es (Geschichtsunterricht) werde sicher langweilig bei einer Schwester, aber das stimmt nicht, das war ein Vorurteil.» Ähnliches erlebten auch unsere ehemaligen Baldegger Schülerinnen. Sie kannten wie wir die Gebäude, aber praktisch keine Kolleginnen und Kollegen aus den beiden anderen Schulen. Inzwischen kennen sie sich. Bereits gab es erste gemeinsame Feste. Ob wir alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der KMS kennen? Bestimmt nicht! Immer wieder werden wir aufs Neue herausgefordert. Unsere Offenheit ist gefragt. Schritte der Begegnung, des Miteinanders sind auch in Zukunft zu setzen. baldegger schwestern Sr. Tamara, Sr. Maranne-Franziska, Sr. Nadja Seit Sommer 2005 ist die Kantonale Mittelschule Seetal (KMS) in die Räume der ehemaligen Schule Baldegg eingezogen. Sr. Nadja, Sr. Marianne-Franziska, Sr. Tamara berichten von ihren Anfängen als Lehrerinnen an der KMS.
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