baldeggerjournal

11 Zahlungseingänge kontrollieren und das Budget überwachen. Das Personal am Arbeitsplatz besuchen. Gespräche mit Gästen führen. Planungsarbeiten verrichten und Konzepte entwickeln. Einkaufen. Hin und wieder ertappe ich mich, dass ich mich am Mittag frage, habe ich mein Tagewerk heute schon begonnen. Alles kam anders, als ich es geplant, mir vorgestellt hatte. Helfen da die Tugenden des Anfangs? Tugenden des Anfangs Anfangen, die ersten Schritte tun, hin zu den Gästen, den Mitarbeitenden, aufbrechen. Dazu brauche ich bestimmte Haltungen, Einstellungen und Tugenden. – Eine dieser Tugenden ist die Neugier: Interessiert sein für Neues, sich freuen über neue Begegnungen, Lust daran haben, Neues zu lernen, offen zu sein, für das, was sich ereignet. Die Haltung der Neugier versucht das Spannende, das Überraschende, das Interessante des Alltags zu entdecken. – Eine weitere Tugend ist die des Mutes. Der Mut zum ersten Schritt. Ideen zu haben. Visionen zu entwickeln. Zur eigenen Meinung stehen. Hie und da wegschauen. Loslassen. Gelassen sein. – Sich freuen können ist auch eine Tugend des Anfangs. Im Alltag entdecke ich kleine Dinge, die mir entgegen kommen und mir Freude bereiten: Das Schöne, das mir begegnet. Menschen, die wieder ins Haus kommen, die mir bereits bekannt sind. Die Natur rund ums Haus und die Landschaft mit dem See. Der farbenfrohe Teller beim Mittagessen. Das Blumengesteck in der Eingangshalle. Das frisch gereinigte Zimmer. – Die Hoffnung ist eine starke Kraft. Diese Tugend verleiht Zuversicht, beflügelt und schenkt Vertrauen, es nicht alleine tun zu müssen. Ohne Hoffnung gibt es keinen Anfang und keinen neuen Schritt auf Zukunft hin. Nach dem Jubiläum «10 Jahre Stella Matutina Bildungshaus» braucht es erneut Hoffnung für den weiteren Weg. Die Hoffnung bestärkt mich, uns etwas zuzutrauen und uns von Rückschlägen oder Misserfolgen nicht entmutigen zu lassen. Gemeinsam die Aufgabe zu packen und daran glauben: «Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.» D. Bonhoeffer Und was ich mir zum Anfangen auch noch wünschte – Die Fähigkeit der Unterscheidung, damit wir erkennen, welche Bildungsangebote die Menschen zur persönlichen Stärkung brauchen. Welche Neuerungen wir in unser Haus aufnehmen. Was den Menschen mehr zu seinem inneren Kern führt, zu sich selber und in die Beziehung. – Das Warten-Können auf den richtigen Zeitpunkt, die «sensible Phase». Eine Balance finden zwischen selber tun und geschehen lassen. – Einen Umgang finden mit der Begrenzung. Mit den persönlichen Grenzen. Mit den Ressourcen der Mitarbeitenden. Mit den finanziellen Rahmenbedingungen. Bildungsangebote bewusst anbieten und nicht einem trendigen Konsumismus verfallen. Im Anfang ist das Wort Hier im Bildungshaus Stella Matutina lebe ich mit andern Baldegger Schwestern zusammen. Wir teilen unseren Alltag und setzen unser Beten und Arbeiten zum Wohl der Menschen und zum Wohl der Gemeinschaft ein. «Dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt.» Im gemeinsamen Anfangen des Tages mit der Liturgie nähren wir unsere spirituelle Kraft für den geistlichen Weg. Dass wir jeden Tag neu anfangen und uns miteinander am göttlichen Du ausrichten und uns drauf einlassen, gibt Lebensenergie. Im Anfang ist das Wort. Im Anfang ist die Beziehung. Die Natur als Quelle der Freude

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