baldeggerjournal

13 Zurückgebliebenen im Mättiwil nun auf ihre Mithilfe verzichten mussten, fiel den beiden nicht leicht. Veränderungen In den bald zwei Jahren hat sich auf dem Klosterhof schon einiges gewandelt. Der Betrieb wird auf Bio umgestellt. Die wohl sichtbarste Veränderung ist aber der neue Kuhstall. Luftig und leicht steht er da auf der Wiese. Etwas Herzklopfen bereitet noch der baldige Einzug der Mutterkühe mit ihren Kälbern. Wird es ihnen im neuen Stall wohl sein? Milch wird dann keine mehr produziert. Aus verschiedenen Gründen wurden diese Schritte eingeleitet. Sie seien überzeugt, dass Nachhaltigkeit, Ökologie und Tierschutz auch den Konsumentinnen und Konsumenten ein Anliegen seien, deshalb solle sich der Betrieb in diese Richtung verändern, meint der ambitionierte Bauer. Es genüge natürlich nicht, nur dem Markt zu folgen, man müsse schon persönlich dahinter stehen können. Ebenfalls spielen agrarpolitische und betriebswirtschaftliche Gründe eine wesentliche Rolle bei der Neuauslegung des Betriebes. Lichtblicke Dem Bauernpaar bereitet der überdurchschnittliche Einsatz ihrer Angestellten und die Freude, mit welcher sie ihre Arbeit verrichten, viel Genugtuung. Es sei nicht selbstverständlich, dass sie Mitarbeiter hätten, welche die Wertschätzung und den Umgang mit Natur und Tieren mit ihnen teilen würden. Ja, und erfüllend sei auch zu sehen, was sie alles schon geschaffen hätten und wie vieles gut wird. Beim Stallbau hätten die Angestellten des Betriebes zusammen mit den Bauhandwerkern angepackt und das Ziel gemeinsam erreicht. Lydia Frey betont: «Die Anteilnahme der Klostergemeinschaft beeindruckt mich sehr. So hat mir zum Beispiel eine Schwester nach dem Dreschen des Getreides erzählt, dass sie erleichtert sei, sie habe schon befürchtet, mein Mann Der neue Stall im Bau würde den rechten Zeitpunkt der Ernte verpassen. Oder Pater Anthamatten wollte sich unbedingt die Pläne des Stalles anschauen, weil er den Eindruck gehabt habe, dass auf dem Bau etwas falsch liefe,» und ergänzt: «Wie ich mich wohl fühle, hat sehr viel mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun. Wenn das, was ich tue von aussen auch getragen wird, stärkt mich das ungemein.» «Durch die Veränderungen hier auf dem Betrieb, in der Zusammenarbeit mit dem Kloster, dem Klosterdorfprojekt lernen wir viele neue Leute kennen, diese Begegnungen empfinde ich als sehr wertvoll,» erzählt der Jungbauer, «was wir anpacken, das machen wir aus Überzeugung. Natürlich hoffen wir, dass das auch nach aussen strahlt und etwas bewirken kann.» Ausblick Die Frage nach einem Ausblick beantwortet das Pächterpaar unterschiedlich. Ueli Unternährer ist mit seinen Gedanken schon weiter, er brütet an den nächsten Ideen herum. «Ich darf hier Dinge planen und umsetzen, das macht mein Leben spannend und nährt mich. Dass ich dabei auf die Unterstützung des Klosters zählen kann, ist wunderbar», meint der Bauer. Seine Frau findet: « Für mich muss es nicht immer so schnell vorwärts gehen. Ich mag es, zu sehen, dass Realisiertes funktioniert. Ich geniesse gerne auch das Erreichte. Meine Prioritäten sehe ich im Moment im Hier. Ich schaue, dass der Alltag funktioniert und wir es zusammen gut haben, das gibt mir Raum und Zeit weiterzuschauen.» Beide finden: «Die Möglichkeiten, die uns an diesem Ort zusammen mit dem Kloster geboten werden sind phänomenal. In der Wirtschaft, in der Gesellschaft läuft es in eine ganz andere Richtung. Wir versuchen hier miteinander einem gemeinsamen Ziel entgegen zu gehen. Dass der Weg, den wir eingeschlagen haben der Richtige ist, davon sind wir überzeugt».

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