baldeggerjournal

16 In jeder echten Begegnung wohnt zutiefst etwas Zauberhaftes, Spannendes, Überraschendes, Verbindendes, Kostbares. Und wenn es uns gelingt, in etwas von diesem «Zauber» einzulenken, dann wohnt gleichzeitig auch in uns, die die Gäste bedienen, den Schwestern im Service, etwas Zauberhaftes. Wie kommt es zum Anfangen im Klosterkafi? Anfänge entstehen immer auch aus Bestehendem, bereits Vorgespurtem. Da heisst anfangen auch verändern, mutig starten mit einfachen vorhandenen Mitteln. Anfangen ist spannend: Ich gehe weiter mit Bekanntem und gleichzeitig lasse ich mich auf ganz Neues ein, ich experimentiere; ich stelle Gutes, Bewährtes in etwas Neues – ins Heute – ich entwickle, mache lebendig – mit mir – doch immer aus der Kraft, die mich lebendig macht und hält. Mit unserer provisorischen Cafeteria, eben dem Klosterkafi, begann es am Sonntag nach Ostern, am 3. April 2005. Vorher haben wir ab und zu nach dem sonntäglichen Gottesdienst die Leute zum Kaffee in die Cafeteria der Schule eingeladen. Und heute zieht es jeden Sonntag eine Gruppe Kirchgänger nach dem Gottesdienst die Stiege hinunter zum Eingang des Hauses St. Josef, ins Klosterkafi. Wirkt der Kaffeegeschmack anziehend? Jeder neue Tag gibt mir die Chance des Anfangens. Keiner gleicht dem avndern. Letzthin setzten sich drei Seminaristen von der Kanti nebenan in ihrer Freistunde an einen der runden Tische. «Das ist geil hier, sau gemütlich; der Zopfstängel zum Kaffee echt Gibt es das? Ja, bestimmt! Das Zauberhafte liegt oft so nahe. Kinder entdecken es. Kinder sind willkommen im Klosterkafi. Es gibt für sie eine Spielecke, wohl mit Zauberhaftem ... Und zauberhaft ist für sie auch die Raumgestaltung im Provisorium. Ein langer, breiter Gang nach dem Eingang im Haus St. Josef; dort stehen die runden Tische, einladend wie auf dem Trottoir in der Stadt. Gänge auch mit Gefälle und grosse Fensterschiebetüren ins Freie, in den Hof zwischen Kirche und Schloss; dort hat es auch Tische, runde und eckige. Da entdecken Kleine und Grosse Zauberhaftes: das Rennen, Springen und Hüpfen fast wie auf einer Laufbahn; das Wunderbare, sich Wandelnde an Pflanzen, Blumen, Bäumen und Sträuchern. Wohnt ein Zauber in jenen, die kommen oder in jenen die bedienen? Wohl in beiden: In jenen, die aus der nähern und weitern Umgebung kommen, in Verwandten und Bekannten, in den Ehemaligen unserer Schule. Ich wage zu sagen: baldegger klosterdorf Sr. Eliane Brühlmann, Baldegg Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne Hermann Hesse

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